Die erfolgreiche Geschichte des Taekwondo bei Hamborn 07
- vermutlich mit der älteste Taekwondo-Verein Deutschlands-



Der eigentliche Ursprung ist der Judoverein Schwarz-Weiss-Westende Hamborn, in den 50-er-Jahren einer der erfolgreichsten Vereine Deutschlands.
Anfang der 60-er-Jahre begannen zwei Jugendliche A. Fehrer und H. Wiedemann mit dem Judo-Training und erfuhren dort erstmals auch von weiteren japanischen Kampfsportarten, wie Karate, Kendo, Aikido, usw.
Für große, leichtgewichtige Jugendliche ist Judo als Wettkampfsport nicht die beste Wahl, da in dieser Sportart, technikbedingt, in den jeweiligen Gewichtsklassen, die stämmigen Wettkämpfer deutliche Vorteile haben. Das Training und die damalige Gemeinschaft waren ideal, der Wunsch jedoch, auch Karate zu trainieren permanent vorhanden.

In Düsseldorf trainierte damals ein Japaner, für uns unerreichbar.
Wenig später eröffnete in Oberhausen ein Karate-Dojo. Einige der Schüler wechselten später zu uns (z.B. Manfred Voltin –Sportfotograf der NRZ). Er trainierte später weiter bei Lee Suk Hi und Hamborn 07).

Eher zufällig lernten wir einen jungen, koreanischen Studenten (Name entfallen) kennen, der uns die ersten Grundtechniken des Kong Zu Do (Bezeichnung für eine Stilrichtung des ursprünglichen koreanischen Karate) zeigte.

Dann wurden die ersten koreanischen Gastarbeiter auf verschiedenen Schachtanlagen des Ruhrgebietes (3-Jahres-Arbeitsverträge) beschäftigt.
Viele dieser jungen Koreaner waren bereits Meister verschiedener koreanischer Kampfsportarten wie Judo, Kumdo (koreanisches Stockfechten) Hap Ki Do und Alt-Tae Kwon Do-Stilen. Alle hatten ihre 3-jährige Wehrpflicht abgeleistet, in der Kampfsport zur allgemeinen Ausbildung gehörte.

Obwohl General Choi Hong Hi und andere Großmeister der Tae Kwon Do-Vorgänger-Kampfsportarten sich in Süd-Korea bereits im .April 1955 auf ein international, einheitliches System geeinigt hatten, trainierten viele Koreaner weiterhin nach den Regeln ihrer ehemaligen Schulen und pflegten enge Beziehungen zu ihren alten Meistern.
Eine wirkliche Einigung des Tae Kwon Do erfolgte leider bis heute nicht.
Die unterschiedlichen Vorstellungen zur optimalen Ausübung eines Kampfsportes in den Alt-Schulen wie des Ji Do Kwan, Moo Do Kwan u.a., die ihre Sportarten Kong Zu Do oder Tang Zu Do nannten, blieben bestehen.
Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen dem koreanischen und japanischen Karate war die Vielfalt an Fußtechniken der koreanischen Art.

Unser erster Trainer empfahl uns, unser Training in einem RAG-Wohnheim in Wehofen bei einem Kong Zu Do-Trainer (Ji Do Kwan) namens Ko Suong Mok, 4. Dan, fortzuführen.




Ko Suong Mok


In diesem Heim wohnten noch weitere, später bekannt gewordene, koreanische Meister. Ein weiterer Ji Do Kwan-Trainer war Cho Hong Sik, 4. Dan.

Lee Suk Hi (ebenfalls in diesem Heim), 5. Dan, trainierte eine kleine Gruppe in einer städtischen Turnhalle.
Später war er mehrere Jahre Trainer in den Lüders Sportschulen in Düsseldorf und Dortmund tätig und Begründer des dortigen Tae Kwon Do.
Er trainierte schon sehr früh die neu eingeführten Hyong, ging später nach Kanada und wurde dort ein enger Mitarbeiter des Generals.


Lee Suk Hi



Cho Hong Sik wurde Trainer der Nippon Judoschulen in Duisburg, Essen und Mülheim (Besitzer M. Kraft, ehemaliger Judoka SWW Hamborn). Er ging später nach Barcelona.
Seine Schüler Rohschürmann und Elsbrock eröffneten den ersten Mülheimer TKD-Verein.

Der Begründer des deutschen und österreichischen Hap Ki Do, Kim Soo Bong lebte ebenfalls in diesem Heim und zeigte sein Können bei gemeinsamen Demonstrationen.


Kim Soo Bong Begründer des deutschen und österreichischen Hap Ki Do



Zusammen mit einem Mitglied der Boxabteilung der Sportfreunde Hamborn 07 e.V. kam es zur Gründung der Karate-Abteilung Hamborn 07, die es uns fortan ermöglichte in einer Schulsporthalle zu trainieren.

Im Juni 1966 bestanden H. Wiedemann und A. Fehrer die Prüfung zum 1. Dan.

Bis zum Oktober 1967 waren uns nur die Tae Kwon Do-Aktivitäten der koreanischen Bergleute des Ruhrgebietes bekannt.

Dann wurde im Münchener Cirkus Krone-Bau von der Münchener Kampfsportschule Wiedmeier (Judoka) die 1. Deutsche Tae Kwon Do-Meisterschaft veranstaltet.
Münchener Trainer war Kwon Jae Hwa, 5. Dan, er wurde unterstützt von Kim Kwang Il.
Es gab 3 deutsche Schwarzgurte H. Wiedemann, A. Fehrer und Brückner / Berlin den späteren Begründer der WAKO.
Als Ehrengast war I Hong Rhee, 7. Dan aus Washington angereist.
In der Organisation war Heinz Marx, Begründer der DTU, tätig.

Nach der Erfüllung seines Arbeitsvertrages bei der Ruhrkohle verließ Herr Ko Deutschland und zog nach Chicago / USA.

1968 fand wiederum in München die 2. Deutsche Mannschafts-Meisterschaft statt.
Sie erfolgte ohne Beteiligung des Herrn Kwon. Hauptorganisator war Heinz Marx.

Die 3. Deutsche Mannschaftsmeisterschaft wurde im Oktober 1969 von unserem Verein in Duisburg-Hamborn veranstaltet und in enger Zusammenarbeit zwischen den Herren Wiedmeier (Verbandsvorsitzender DTV) und Niering (Kassierer unserer Abteilung) organisiert.


Deutsche Meisterschaft 1969 in Duisburg-Hamborn



F.G. Niering verließ danach zusammen mit R. Cerajewski unseren Verein. Sie gründeten eine TKD-Schule in Walsum und trennten sich später.

Um die Weiterentwicklung unserer Abteilung zu sichern, suchten wir über einen uns bekannten, koreanischen Dolmetscher einen Nachfolger für Herrn Ko.
Es ergab sich, dass Anfang 1970 eine weitere Gruppe koreanischer Mitarbeiter bei der Ruhrkohle (mit 3-Jahresverträgen) eingestellt wurde, die in Unterkünften der Zeche Dinslaken-Lohberg untergebracht waren .
Wir lernten Herrn Jang Kwang Myung, 4. Dan, kennen. Er übernahm das Training und weitere koreanische Schwarzgurte unterstützten ihn.
Er stammte vom Moo Do Kwan und trainierte die ersten Jahre die alten Formen, bevor er auf das neue ITF-System des Generals Choi Hong Hi umstellte.

1972 legte A. Fehrer die Prüfung zum 2. Dan ab.


Prüfer zum 2.Dan Jang Kwang Myung, Song Yoo Tai, Back ??


Nach Erfüllung seines Arbeitsvertrages bei der Ruhrkohle nahm Herr Jang eine Trainertätigkeit in einer Leverkusener Sportschule an. Er leitete jedoch weiterhin das Sonntagstraining in Hamborn.

Über Lohberg sind viele, in Deutschland erfolgreiche, koreanische Trainer eingereist, wie Kwak Kum Sik (Karlsruhe), Kim Man Keum (Markdorf), Lee Bum I (Langenhagen) und Song Yoo Tai (Paderborn). Song Chan Ho arbeitete im Raum Bochum/Witten.

Das Sonntagstraining in unserer Abteilung entwickelte sich zu einem Trainingsstützpunkt für Tae Kwon Do-Sportler aus vielen benachbarten Vereinen.
Horst Joosten, Peter Fischer, Albrecht Traub, Roland Goese, Dietmar Grossmann aus Mülheim, Rob Greevink aus Venray/Holland, Sportler aus dem Bergischen Land, Köln u.v.a.m.
Aus dieser Trainingsgemeinschaft gingen viele Aktive hervor, die auf Turnieren unterschiedlicher Verbände dominierten.


Jang Kwang Myung 8.Dan





Einstimmung auf das Sonntagstraining

Horst Joosten nahm an der 1. ITF-Weltmeisterschaft in Montreal / Kanada (1974) teil. Er wurde 1.Weltmeister in der Hyong.


Hamborner Trainigsgruppe nach einer Meisterschaft



Im Laufe des langjährigen Bestehens unserer Abteilung haben einige Mitglieder unseren Verein verlassen und eigene Aktivitäten entwickelt.

H. Wiedemann trainierte noch einige Jahre in der Sportschule Niering und hatte auf das dortige TKD großen Einfluss.
H. Joosten und P. Fischer gründeten in Mülheim eine Sportschule, die heute von R. Goese geleitet wird.
Stefan Schmitz hatte eine Sportschule in Köln.
W. Komorowski trainiert in Langenfeld.
H. Vones und S. Wölfl gründeten eine Sportschule in Monheim.
V. Cavallaro trainiert in Olpe.
H. Schnepel wandte sich Herrn Baek / Bottrop zu und trainiert heute in Hamborn.
Ein weiterer Hamborner Verein wird von den Brüdern Skaletz geleitet.
Karim Rahhal kam vom Kungfu zu uns, trainierte einige Jahre TKD und gründete dann eine Sportschule in Dinslaken.
Yakut Halit Ziya und Ünsal Topallaz gründeten Sportschulen in Duisburg-Beeck und Beeckerwerth.
A. Rieser begann sein Training bei F.G. Niering und trainierte auf Anraten von H. Wiedemann einige Jahre bei Hamborn 07. Er gründete eine Abteilung beim SV Spellen (zusammen mit Rieser verließ uns auch T. Kuipers).
Aus dieser Abteilung entstanden inzwischen weitere „Ableger“ wie die TKD-Abteilung des TV Voerde, oder die Gruppe um T. Kuipers. (G. Zielinski und A. Fehrer hatten einige Jahre zuvor schon einmal eine TKD-Gruppe beim TV Voerde initiiert).
Schüler aus der Sportschule Niering Koslowski und Kreling gründeten einen Verein in Duisburg-Walsum. Daraus entstand später eine Sportschule in Dinslaken mit den ehemaligen Walsumer Vereinsmitgliedern Kreling, Fr. Cube und Dámato. Aus dieser hat sich P. Dámato nach Duisburg-Hamborn (Sportschule) verselbstständigt. Auch Diner Senol entstammt dieser Gruppe.

1975 legte A. Fehrer in Düsseldorf die Prüfung zum 3. Dan ab.

Viele Jahre folgte eine intensive Zusammenarbeit mit den bekanntesten damaligen koreanerischen Trainern: Kim Kwang Il, Jang Kwang Myung, Song Chan Ho, Kwak Kum Sik, Song Yoo Tai, Kim Woo Kwang, u.a. mit der ITF und direkt mit General Choi Hong Hi.
Die besonders enge Beziehung wird durch Gruppenfotos im 3. TKD-Buch dokumentiert:
Jang Kwang Myung, Seite 281; Kim Kwang Il, Seite 285; Song Chan Ho, Seite 286; Lee Suk Hi (Kanada), Seite 299.

Der General besuchte Kim Kwang Il in Stuttgart und gab seinen 1. Lehrgang in Deutschland. Nachfolgend besuchte er unseren Trainer Jang Kwang Myung in seiner Schule in Bergisch-Gladbach.
Es folgte die 1. ITF-Europameisterschaft in Stuttgart.

Die Jang-Sportschule in Berg.-Gladbach entwickelte sich neben Hamborn 07 zum Treffpunkt für viele heute noch aktive Sportler, wie Stefan Schmitz, W. Komorowski, S. Wölfl, Liosaj Bedri, J. Wagner, Wallraff, V. Cavallaro u.v.a.m.

Es folgte die Gründung einer 2. Jang-Schule in Remscheid, in der sein jüngerer Bruder Jang Ki Sung (eigens aus Korea zugezogen) das Training übernahm.


Demoteam bei der DTB-DM 1985



Albert Fehrer hatte inzwischen die Prüfungen zum 4. Dan in Paderborn (1978), den 5. Dan in Pforzheim (1984) und den 6. Dan (1989) in Münster abgelegt.



Bei ungezählten Wettkämpfen war auch „nachfolgende Generationen“ wie :
A. Rieser, Ismail Sahin, Yakut Halit Ziya, Atilla und Zeki Fidan, Ünsal Topallas, Thorsten Woywod sehr erfolgreich.


Ismail Sahin


Ismail Sahin im Vollkontakt-WTF-Wettkampf


Imail Sahin bei einer Teakwondo-Vorführung


Thorsten Woywod, Ismail Sahin Christoph Goldmann



Herr Jang und sein Bruder verließen zu unserem großen Bedauern 1990 Deutschland und zogen zurück nach Süd-Korea.


Herr Jang mit Stefan Schmitz beim Ilbo-taeryon



In den folgenden Jahren besuchte uns Herr Jang zweimal und führte Lehrgänge durch.


Lehrgangsgruppe 1. Lehrgang in Hamborn nach Herrn Jangs Rückkehr nach Süd-Korea


TKD-Sportfreunde Hamborn 07, Stand 2006




© 2007 Taekwondo Sportfreunde Hamborn 07 e.V. (Albert Fehrer)


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